Weitere Gedanken zum Poeleintrag

Pöleintrag in den Dieseltank? Ja, aber in welchem Umfang. Hier einige Infos zu dieser Problematik.

Wie im vorigen Artikel beschrieben ist auch bei rechtzeitigem Umschalten 5 km vor Fahrtende beim Abstellen ein Pölanteil von ca. 20 % im Diesel-KGR vorhanden. Dies bedeutet, dass sich bei einem Gesamtvolumen des KGR von 550 ml noch ca. 110 ml Pöl in diesem befindet.

Wird nun kurz vor Fahrtende der KGR aufgehoben und der Inhalt des Diesel-KGRs in den Tank geleitet,so kommt es zum Pöleintrag in den Dieseltank. Wird weiterhin je Start/Stop-Zyklus ein Kraftstoffverbrauch von ca. 600 ml entsprechend 10 km Fahrtstrecke angenommen, so kann hieraus der Pölanteil im Dieseltank ermittelt werden. Es wird von einem vollgetankten Dieseltank mit 44 Liter Volumen ausgegangen.

Berechnung

  1. Anfangs befinden sich 44000 ml Diesel im Tank. Der Pölanteil beträgt 0 %. Je Autobewegung (Start + Pölbetrieb + Stop) werden 600 ml Kraftstoff verbraucht. Es gelangt ca. 110 ml Pöl in den Kraftstofftank
  2. Je Fahrzeugbewegung werden 600 ml * (1-Pölanteil) Diesel sowie 600 ml * Pölanteil Pöl verbraucht. Die Gesamtkraftstoffmenge veringert sich um 600 ml.
  3. Der Dieselmenge nach einer Fahrt ermittelt sich über: VorherigeDieselmenge – Verbrauch * (1-Pölanteil) – Pöleintrag * (1-Pölanteil). Die Pölmenge berechnet sich durch VorherigePölmenge + Pöleintrag – Verbrauch * Pölanteil – Pöleintrag * Pölanteil. Die letzten Terme dienen jeweils dem Ausgleich des Pöleintrags.
  4. Weiter mit Schritt 2) bzw. 3)

Ergebnisse

Folgender Pölanteil ergibt sich nach angegebener Menge an Fahrten. Dies geht davon aus, dass keine Fahrten nur mit Diesel stattfinden.

  • 10 Fahrten: 2.3 %
  • 20 Fahrten: 5.4 %
  • 30 Fahrten: 8.9 %
  • 40 Fahrten: 13.1 %
  • 50 Fahrten: 18.5 %

Es ist ein deutlicher Eintrag von Pöl in den Dieseltank zu verzeichnen. Wird bei einer Restkraftstoffmenge von 15 Litern Diesel (nach ca. 50 Fahrten) nachgetankt, so strebt über mehere Tankfüllung der Pölanteil gegen 8.5 % direkt nach dem Tanken sowie ca. 24 % vor dem nächsten Tankvorgang.

Auch hier ist zu erkennen, dass die Pölanreicherung im Dieseltank dazu führen kann, dass es insbesondere im Schwachlastbetrieb bzw. beim Starten zum Pöleintrag kommen kann. Allerdings, wie bereits erwähnt, habe ich die typischen Kennzeichen wie Startprobleme und Geruchsbelästigung nicht verzeichnen können.

Abhilfe

Abhilfe schafft sowohl für die Problematik des Pöl-Eintrages in den Dieseltank wie auch für den im vorigen Artikel beschriebenen Aspekt des Kaltstarts mit Pöl-Diesel-Gemisch eine Spülmöglichlichkeit in den Dieseltank. Hierbei wird Dieselkraft aus dem Dieseltank entnommen; der Rücklauf der ESP wird in den Pöltank geleitet.

Leider unterstützt meine zur Zeit vorhandene Elektroinstallation diese Methodik nicht. Hier ist Arbeit angesagt, um diese Lösung einfach und gut handhabbar zu realisieren.